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Reiseeulen

Von Burkhard Paul Warnke

Reiseeulen

Wenn Eulen auf die Reise gehen,
die Welt im Fluge kosmisch sehen,
wirkt alles von oben so klein und unwichtig,
manch` Perspektive verändert sich richtig.
Und wenn sie im lautlosen Fluge dann landen,
gar manchmal an einsamen Küsten stranden,
wenn sie in Gemäuern und Scheunen brav wohnen,
kann für die Eulen der Urlaub sich lohnen.

Das Schöne am Urlaub: Man muss nicht mehr jagen,
man kann nun relaxen und muss sich nicht plagen.
Und wenn man dann will, fliegt man einfach mal weiter
und schaut aus den Lüften, wo`s grün ist und heiter.
Ja, Eulen auf Reisen, die leben nicht schlecht,
und jede grad` so, wie sie`s gerne möcht`
Doch gibt es auch Eulen, man will es nicht glauben,
die selbst im Urlaub sich Schlimmes erlauben ,
verschleiern ihr unsoziales Verhalten,
woll`n auch im Urlaub noch Recht behalten.

So auch die Emma, die Schleiereule,
die nicht daran dachte "Eule mit Weule".
Sie wollte vier Sterne, doch gab es bloß drei.
Die Gäste, die waren ihr einerlei.
Bei Emma donnerten stets die Beschwerden,
sie fragte die Leitung: "Was soll das hier werden ?"
Keinen Service am Pool, kein Friseur in dem Hause,
es fehlte, so Emma, die nächtliche Sause.
Sie vermisste auch diesmal die Krallenpflege,
die Rundumbetreuung im Schleiergehege.
Und dann das verflixte Hotelpersonal,
das war, schimpft die Emma, `ne einzige Qual.
Alles war letzlich für Emma unmöglich,
der Urlaub im ganzen schier unerträglich.
An allem war`n nur die Anderen schuld,
die gemein sich benahmen, wer hatte Geduld ?
Bei Tieren, die man im Urlaub aussetzte
und damit den Tierschutz erheblich verletzte,
da regte sich Emma keineswegs auf,
ließ einfach den Missständen freien Lauf.



Der Eulenrat verordnete daraufhin schnell:
Therapie für die Emma - und das auf der Stell`!
Dadurch bekam Emma, das war hier der Trick,
für Prioritäten einen ganz neuen Blick.
Sie nahmen sie mit in die Ställe und Scheunen
und zeigten Apartments in knorrigen Bäumen.
Sie verschleierten nichts, zeigten alles ganz klar,
wie`s seit Urzeiten bei den Eulen schon war.
Sie schwangen mit Emma sich auf in den Himmel,
fernab von allem Touristengewimmel.
Ja, als die Emma vom Himmel dann schaute,
sie kaum den verschleierten Augen mehr traute.
Naturgemäß änderten sich Perspektiven,
das konnte gewiss an dem Abstande liegen.
Denn sie war so hoch noch niemals geflogen,
um die Welt klarer zu sehen - ganz ungelogen.

Nun weiß sie Bescheid, was einfach und richtig
und was nicht bloß im Urlaub sehr wichtig:
Gelassen zu sein, um zufrieden zu werden.
"Das ist", meint die Emma, "der Himmel auf Erden."


Allerdings erhielt die Schleiereule Emma nach dieser Therapie sogleich einen Anruf von der Eulenuniversität, die ihr zusätzlich einen Kursus anbot. Denn es zeigte sich ziemlich schnell, dass unsere Schleiereule das mit der Gelassenheit irgendwie nicht so richtig verstanden hatte...


© Copyright: Burkhard Paul Warnke (2007).

Ich bedanke mich herzlich für die Zusendung dieser Geschichte in Versen!

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