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Teil 2

Von Burkhard Paul Warnke

Es ist wieder soweit ! Der neue EULENANZEIGER ist da, rechtzeitig zu Monatsbeginn. Alle Eulen und Käuze, aber auch die übrigen Waldtiere, sind schon sehr gespannt darauf, wie es nun in "ihrem Wald" weitergeht. Wie wird das Urteil ausfallen, das Schleiereule Hermann fällt ? Denn wir wissen bereits: Nach der Eulen-ZPO ist alles nicht so einfach. Aber trotzdem besteht die Hoffnung, dass am Ende sogar ein salomonisches Urteil herauskommt. Was sagt der EULENANZEIGER dazu ?


Heute war Gerichtstermin
- und alle Vögel flogen hin...
In schwarzer Nacht,
um ein Uhr dreißig,
wenn alle Eulen sind sonst fleißig,
stehn Kauz und Adler vor Gericht,
die auf ihr Urteil ganz verpicht.

Die Schleiereule Hermann sagt:
"Heut` sprech` ich Recht. Nichts wird vertagt !
Nun tretet vor ihr bösen Wichte,
erzählt mir ehrlich die Geschichte !"

Der Adler jammert: "Mir ist schlecht."
Die Eule sagt: "Na, so ist`s recht.
Hier wird verhandelt, nicht gekniffen.
Hast du als Adler das begriffen ?
Ich lass zuerst den Waldkauz ran,
zu sehen, ob er`s besser kann."

"Ja, das war so", klagt jetzt der Kauz.
"Die Lage sah erbärmlich aus !
Als wir in Stimmung, das ist wahr,
ich plötzlich Feuer um mich sah.
Schon war`s zu spät, wenn Sie erlauben."

"Nichts", stöhnt die Eule, "kann ich glauben.
Den Adler muss ich nochmals fragen,
vielleicht hat der nun was zu sagen."

"Ja", sagt der Adler, "das war so,
wir war`n beschwipst und richtig froh.
Sie müssen wissen, Euer Ehren,
der Kauz und ich woll`n sich vermehren.
Die Hochzeit soll in Kürze sein,
und dazu laden wir Sie ein."

"Schweig still ! Du bist recht unverschämt.
Das Wichtigste bleibt unerwähnt.
Du bist seit Jahren schon vermählt,
wie man sich hier im Wald erzählt.
Hast du ein Feuer angemacht
im Walde, mitten in der Nacht ?"

"Ein Feuer ? Nein, ich war es nicht !
Ich schwöre es vor dem Gericht."

"Ich brauche, Adler, keinen Schwur.
Sag` wär`s getan, los sag` es nur !"
Der Adler jammert: "Mir wird schlecht."
Die Eule darauf: "So ist`s recht !
Was man hier hört ist null und nichtig,
für mich als Richter gar nicht wichtig."
Die Schleiereule ruft nun Zeugen,
um diesen Fall neu zu beäugen.
Und Eule Hermann ruft hierauf,
Maus Chlodwig von der Heide auf.

Die Maus ist adlig, wie man hört,
und über jene Tat empört,
kann Lügen äußerst schlecht vertragen,
da Unrecht liegt ihr schwer im Magen.

"Was sagst du Maus ?" fragt streng der Richter.
"Schau` sie dir an, die Bösewichter !"
"Ja, Euer Ehren, es geschah,
als ich aus meinem Loche sah."
"Was hast du da präzis gesehen,
damit wir diese Tat verstehen ?"
"Ich sah, wie beide grad poussierten
und schlimme Sachen ausprobierten."

"Das steht doch gar nicht zur Debatte.
Ich rufe auf die Wanderratte !
Du Ratte, sag` uns frank und frei,
wer legte Feuer ? Eins, zwei, drei...!"

"Wohlan, Herr Richter, wenn ich ehrlich,
so seh` im Alter ich beschwerlich.
Der Adler schuldet mir noch Gläser,
er sagt, er operiert mit Laser."
"Herjemine ! Das ist nicht wahr !
Ihr Zeugen seid recht sonderbar.
Was hast du Ratte denn gesehen,
damit wir diese Tat verstehen."
"Die Nacht war schwarz, Hohes Gericht.
Ein Feuer sah ich wirklich nicht.
Doch hätt` ich Gläser vor den Augen,
würd` ich mehr sehen, Sie erlauben."

"Es ist genug !" tobt jetzt der Richter.
"Ihr Zeugen seid mir trübe Lichter !
Egal nun, was im Wald geschah,
sehe ich mittlerweile klar.
Der Schaden ist nicht all zu groß,
drum lass ich gleich ein Urteil los.

"Im Namen der Tiere verkünde ich jetzt:
Wer unseren göttlichen Wald arg verletzt,
muss unter Berücksichtigung dessen, was war,
aushelfen dem Förster Waldemar.
Du Schlangenadler und du Kauz,
ihr helft ab heut` dem Förster aus !
Zwei Jahre sollt` ihr Bäume pflegen,
den Wald nebst Wiesen und Gehegen.
Bewährt ihr euch in dieser Zeit
ist das Gericht zuletzt bereit,
euch nicht mehr in den Bau zu stecken,
um seelisch Gutes zu erwecken.
Die Sitzung ist hiermit beendet."
Das Blatt hat sich gottlob gewendet.



Fortsetzung folgt im nächsten Blatt,
das wieder Neuigkeiten hat.

© Copyright: 3/04 - Burkhard Paul Warnke

Ich bedanke mich noch mal herzlich für die Zusendung dieser Geschichte in Versen!

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